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Warum wachsen unsere Elektroschrottberge immer mehr?Hochschule Aalen am EU-Projekt zum vorzeitigen Verschleiß beteiligt

Fr, 26. Juni 2020

Warum wachsen unsere Elektroschrottberge so stark? In dem auf fünf Jahre ausgelegten Projekt PROMPT hat sich ein hochrangig besetztes Konsortium aus Wissenschaftlern (Bsp. Universität Delft), europäischen Verbraucherverbänden (Bsp. Stiftung Warentest) und Reparaturunternehmen (Bsp. iFixit) genau dieser Frage angenommen. Die Projektkoordination liegt beim Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (ZIM) Berlin. Das Projekt wird maßgeblich durch Drittmittel seitens des EU Horizon 2020 Research and Innovation Programms finanziert, die das Konsortium in einem kompetitiven Prozess gewonnen hat.

Der methodische Ansatz basiert auf einem Multi-Stakeholder-Ansatz und sieht die Einbeziehung aller relevanten Stakeholder aus Politik, Forschung, Wirtschaft (Hersteller, Einzelhandel) und Gesellschaft (Verbraucher) in das Testprogramm vor. Das Testprogramm wird für die vier Produktgruppen Smartphones, Smart-TV, Staubsauger und Waschmaschinen erstellt. Die Ergebnisse können von unabhängigen Behörden, Herstellern und Verbraucherorganisationen zur Bewertung einer Reihe von Elektroprodukten verwendet werden. Als kritische, zu analysierende Kategorien wurden vom Konsortium die Zuverlässigkeit von Komponenten, die Merkmale des Produktdesigns hinsichtlich Reparatur und Wiederverwendung sowie benutzer- und marktbezogene Faktoren bereits identifiziert.

Prof. Dr. Christian Kreiß, Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Investitionsplanung und Wirtschaftlichkeitsrechnung im Studienbereich Wirtschaftsingenieurwesen an der Hochschule Aalen und Autor des Buches „Geplanter Verschleiß“, wurde als erfahrener Experte in den Beirat (Advisory Board) aufgenommen. „Wir freuen uns sehr, dass in einem solch hochkarätig besetzten europäischen Wissenschaftsprojekt unsere Hochschule Aalen vertreten ist“, erklärt Professor Kreiß. Der Beirat setzt sich aus Mitgliedern von Herstellern, Einzelhändlern, Non-Profit-Organisationen (NGOs), Wissenschaftlern und Politikern zusammen. Er soll das Projekt mit Rat und Tat begleiten, die empirisch gewonnenen Erkenntnisse aus den Datenerhebungen fundieren und trifft sich einmal im Jahr in Brüssel. Die erste Beiratssitzung fand nun kürzlich statt. Es wurden dabei erste Zwischenergebnisse vom Projektteam vorgestellt, dass sich mit den Experten über Erfahrungen, Beispiele und Best Practice austauschte und über Themen wie Machbarkeitsaspekte, Prüfverfahren oder Normen diskutierte. So wurde bereits mit der Datenerfassung und -analyse begonnen und die Erhebung von Verbraucherdaten wurde mit Hilfe der Verbraucherorganisationen in sieben EU-Ländern gestartet. Für das Aufsetzen des Testprogramms wurden auch bereits Verfahren zur Bewertung der Zuverlässigkeit von Elektroprodukten (z.B. Batterietestpläne, Tests für elektronische Steuergeräte, Sturztestszenarien) betrachtet und analysiert.

In den nächsten Schritten sollen nun noch die Merkmale des Produktdesigns hinsichtlich Reparatur und Wiederverwendung sowie benutzer- und marktbezogene Faktoren evaluiert und in das Testprogramm integriert werden.