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Unternehmerische Entscheidungslogiken von Online- und High-Tech-Start-Ups-GründernNeue Publikation von Prof. Dr. Ingmar Geiger zur Entrepreneurship-Forschung erschienen

Fr, 08. März 2019

In der Entrepreneurship-Forschung wird seit dem grundlegenden Aufsatz von Saras Sarasvathy aus dem Jahr 2001 das Konzept der Effectuation heftig diskutiert. Es schlägt für innovative Start-Ups vor, anstelle von unternehmerischer Planung, Vorhersagen, Marktstudien und erwarteter Gewinnmaximierung, der sogenannten Causation (kausales Vorgehen), nach den Prinzipien von Flexibilität, Experimentieren, Verlustminimierung und frühzeitigen Commitments mit verschiedensten Marktpartnern zu handeln. Diese Prinzipien werden unter dem Begriff der Effectuation zusammengefasst und sollen vor allem dann zur Anwendung kommen, wenn die Umweltunsicherheit groß ist und die Gründer bereits über große unternehmerische Erfahrung verfügen.

Der nun erschienene Beitrag von Professor Geiger und seinen Co-Autoren kombiniert eine qualitative und quantitative Methodik. Anhand einer Interviewstudie unter insgesamt zwanzig Gründern und Investoren von Online- und High-Tech Start-Ups konnten die Autoren feststellen, dass neben den beiden ursprünglich genannten Einflussfaktoren auch vorherige Managementerfahrungen von Gründern sowie der Einfluss von Investoren das Handeln nach den Prinzipien von Causation und Effectuation beeinflussen. In der sich anschließenden, bislang größten veröffentlichten quantitativen Studie zu diesem Themenfeld (n = 435) konnten sie dann zeigen, dass vorherige Managementerfahrung von Gründern vor allem ein planendes Vorgehen (Causation) fördert, wohingegen vorherige Gründererfahrung ein Treiber von Effectuation ist. Beide Einflüsse sind besonders zu Beginn einer Start-Up-Gründung relevant. Die größten Effekte übte der Investoreneinfluss aus, wobei dieser sowohl eine Verstärkung von Causation als auch verschiedener Effectuation-Prinzipien bewirkte.

Über das Erscheinen der neuen Publikation äußerte sich Professor Geiger sehr zufrieden: „Ein bisschen erfüllt es mich mit Stolz, dass unser Beitrag mit den Großen des Forschungsfeldes in einem gemeinsamen Special Issue erscheint. Der Peer Review-Prozess war für dieses Paper besonders anspruchsvoll und zog sich mit drei Überarbeitungen des Papers über mehr als anderthalb Jahre. Mit der Weiterführung dieser Forschungsarbeit sind wir im Autorenteam bereits beschäftigt.“

Der vollständige Aufsatz ist unter dem folgenden Web-Link zu lesen: https://rdcu.be/boCXI.