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Neurorehabilitation nach Schädel-Hirn-Traumata Viertägiges Optometristen-Seminar in Madrid

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Freuen sich über ein gelungenes Seminar: Katja Schiborr, Prof. Dr. Hannu Laukkanen, Dr. Marisol Garcia Rubio und Prof. Dr. Wid Bleything.

Do, 14. Juni 2018

Ein großer Anteil derer, die eine Gehirnerschütterung oder Schädel-Hirn-Traumata erleiden, haben nachhaltige visuelle Probleme, die oft auch beim Besuch eines Optometristen unentdeckt bleiben. Aus diesem Grund hat die spanische Organisation und Ausbildungseinrichtung Fundación Visión COI (Centro Optometria International) ein viertägiges Seminar zum Thema „Visuelle Neurorehabilitation nach Gehirnerschütterung und Schädel-Hirn-Traumata“ organisiert. Mehr als 60 Optometristen und Professoren der Optometrie, darunter auch Vertreter der Hochschule Aalen, nahmen in Madrid an diesem Seminar teil.

Prof. Dr. Hannu Laukkanen, Dozent im berufsbegleitenden Masterstudiengang „Vision Science and Business (Optometry)“ der Hochschule Aalen und klinischer Professor an der Pacific University College of Optometry (U.S.A.), leitete das Seminar und hielt einen 20-stündigen Lehrgang zum Thema Schädel-Hirn-Trauma. Dieser war in vier Module aufgeteilt und deckte das gesamte Spektrum von der „Hirnverletzung und Neurowissenschaft“ über das „Testen und Diagnostizieren von Schädel-Hirn-Traumata“ bis hin zu „Grundlagenbehandlung und weiterführende Trainings- und Behandlungsmethoden der visuellen Probleme bei Schädel-Hirn-Traumata“ ab. Die Seminarteilnehmer waren fasziniert von der hervorragenden Didaktik von Prof. Dr. Laukkanen, seiner klinischen Erfahrung und seinem fundierten Verständnis auf dem Gebiet, das er in mehr als 30 Jahren Arbeit mit Patienten mit Schädel-Hirn-Traumata gewonnen hat.

Ergänzend zur Präsentation von Prof. Dr. Laukkanen stellte Katja Schiborr, Masterabsolventin des berufsbegleitenden Aalener Masterstudiengangs Vision Science and Business (Optometry), die Ergebnisse ihrer Masterthesis, einer Pilotstudie an der Pacific University, vor. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass die Haidinger’s brush, ein entoptisches Phänomen, als visuelles Feedback Trainings- und Diagnosegerät zu Anfang der visuellen Rehabilitation von Patienten mit Schädel-Hirn-Traumata integriert werden sollte.

Im Anschluss an das Seminar fand noch ein Kongress mit mehr als 200 Teilnehmern statt. Prof. Dr. Wid Bleything, ebenfalls vom College of Optometry, Pacific University, USA, referierte über Basiswissen zu Schädel-Hirn-Traumata und deren visuellen und augenbezogenen Folgen. Er vermittelte den Teilnehmern eine fundierte Grundlage in neuro-optometrischer Rehabilitation für ihren Berufsalltag und informierte, wie sich die Optometrie in diesem Bereich weiterentwickeln könnte. Dr. Marisol Garcia Rubio, Direktorin des COI-Instituts, referierte zusammen mit Dr. Susana Donate Martinez (Neuropsychologin an der Klinik für Neuropsychologie und der Parkinson Associación in Madrid) über Parkinson und die visuellen Konsequenzen. Dr. Ana Belén Lopez sprach über wissenschaftliche Beweise in der neurologischen Rehabilitation und Prof. Dr. Laukkanen gab abschließend einen Überblick über Gehirnerschütterung in der Pädiatrie und ihre Folgen.

Beide Seminarteile wurden von den Teilnehmern sehr gut angenommen und haben einen tiefen Eindruck beim Publikum hinterlassen. Die anwesenden spanischen Optometristen hoffen auf eine Fortsetzung der Veranstaltung, da dieses Thema immer mehr an Bedeutung in der Optometrie gewinnen wird.