Materialographie / Neue Materialien

Bachelor of Engineering

Nach dem Studium

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Unseren Absolventinnen und Absolventen stehen - auch international - alle Türen zu einer Vielzahl interessanter, abwechslungsreicher und gut bezahlter Stellen offen. Sie finden Einstiegsmöglichkeiten in vielen Branchen wie der Automobil- oder Luftfahrtindustrie, im klassischen Anlagen- und Maschinenbau, in der Entwicklung und Produktion ressourcenschonender Energiekonzepte oder in der Medizintechnik. Ihre Aufgabengebiete reichen von der Werkstoffherstellung und –Prüfung über die Be- und Verarbeitung von Werkstoffen, bis zur digitalen Bildverarbeitung.

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Zum Wintersemester 2009 begann ich mein Studium der Oberflächen- und Werkstofftechnik mit dem Schwerpunkt Materialographie. Meine Kommilitonen und ich waren die ersten an der Hochschule Aalen, die diesen Zweig studieren konnten. Die Professoren und Dozenten ermöglichten einen breiten und tiefen Einblick in die Werkstoffwissenschaft und Werkstoffanalytik. Die engen Kooperationen mit der Industrie und Praktika mit Kommilitonen zeigten mir, wie ein späterer Beruf als „Werkstoffler“ aussehen kann.

Fasziniert von der Werkstoffvielfalt und den Forschungsschwerpunkten am IMFAA startete ich nach der Bachelor-Arbeit den Forschungsmaster „Advanced Materials and Manufacturing“. Die Struktur des Research Masters ermöglichte die Kombination von klassischen Vorlesungen mit der Verbindung von Forschung am IMFAA und weiteren Industrie-Kooperationen. Für mich ein ideales Studium mit dem Schwerpunkt industrienaher Forschung. Vor allem hier ist die gute Zusammenarbeit von Industrie, Professoren und Studenten zu spüren.

Die Kontakte an der Hochschule Aalen konnte ich gut nutzen, um im Anschluss an die Masterarbeit im Frühjahr 2015, mich erfolgreich bei der Firma Robert Bosch GmbH in Immenstadt im Allgäu zu bewerben. Der Berufseinstieg bei einem solch attraktiven Weltkonzern ist nicht leicht, aber meine umfangreichen und anspruchsvollen Tätigkeiten und Publikationen konnten überzeugen.

Seither arbeite ich als Entwicklungsingenieur für MIM-Prozesse (Metal-Injected-Molding) mit den Schwerpunkten von Sinter- und Wärmebehandlungsprozessen sowie die Optimierung der Korrosionsbeständigkeit von MIM-Stählen. Mit den sehr guten Grundlagen in der Werkstoffkunde und Analytik, die ich während meines Studiums erlernte, kann ich zielführend auch schwierige Aufgabenstellungen lösen. Meine Aufgabengebiete sind sehr vielseitig, so unterstütze ich auch z.B. bei Schadensanalysen in der Serienfertigung und bei technischen Problemlösungen von Musterprodukten.

In einem Unternehmen wie der Robert Bosch GmbH sind die Weiterentwicklungsmöglichkeiten nahezu unbegrenzt. So werde ich im Herbst 2017 andere Tätigkeiten verfolgen und zu Bosch Automotive Steering nach Schwäbisch Gmünd wechseln. Hier werde ich als Versuchsingenieur im Grundlagenbereich der Lenksysteme weiterarbeiten. Auf die neuen Aufgaben freue ich mich sehr und Vorlesungen wie z.B. in Tribologie an der Hochschule Aalen werden mir helfen, mich schnell in die neuen Themengebiete einarbeiten zu können.

In der heutigen Zeit gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten von Studiengängen. Eine Spezialisierung, auch in der Industrie ist immer mehr gefragt. An der Hochschule Aalen hatte ich die Möglichkeit eine Vielzahl an verschiedenen Aufgabenbereichen in der Industrie, an Instituten und in der Forschung kennenzulernen. Der Spagat aus Studium und Praxis ist hier ideal. Für mich war es auch wichtig, während des Studiums Einblicke in einen möglichen zukünftigen Beruf zu bekommen. Das Motiviert ungemein und erleichtert nach dem Abschluss eine spezifische Stellensuche.

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David Vogelgsang

Während des Studiums der Werkstoffwissenschaften (Bachelor und Master) lernte ich alle gängigen Werkstoffgruppen kennen, wobei sich die fachliche Ausbildung stets interdisziplinär zwischen Chemie, Physik und der Ingenieurswissenschaft bewegte. Greifbare thematische Anwendungsfelder ließen sich dabei ständig im Alltag finden und reichen vom Smartphone über das Automobil bis hin zur Energie- und Mobilitätswende. Ich merkte schnell, dass ich hier genau richtig war, um später als Ingenieur bei der größten Herausforderung unserer Generation, dem Klimawandel, einen aktiven Beitrag zu leisten. Während des Studiums konnte ich sehr vielseitige praktische Erfahrungen sammeln, wie beispielsweise zum Thema Biogasanlagen, Dünnschichtsolarzellen und Mikroelektronik.

Nach erster Berufserfahrung als Projektleiter in der Industrie bekam ich die Möglichkeit eine Promotion in Kooperation mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) bei Prof. Dr. Gerhard Schneider und Prof. Dr. Dagmar Goll in der Magnetforschungsgruppe des Instituts für Materialforschung (IMFAA) zum Thema „Pulvermetallurgisches Recycling von Fe‑Nd‑B‑Sintermagneten“ anzufertigen. Zu meinen Aufgaben zählen die Implementierung neuer Anlagen und Prozesse im Labor, die Herstellung von Sintermagneten und die Analytik der magnetischen Eigenschaften und der Mikrostruktur. Nicht zuletzt dank meines abwechslungsreichen Studiums war ich in der Lage mich schnell in die neuen Fragestellungen und die dazugehörige Prozesstechnik einzuarbeiten. Als Mitarbeiter am IMFAA habe ich, dank zahlreicher Forschungskooperationen u.a. mit namhaften Industriepartnern, Zugriff auf eine ausgezeichnete Geräteausstattung. Das engagierte und sehr hilfsbereite Team bietet die ideale Umgebung, um eine umfassende Forschungsarbeit anzufertigen. Auch abseits der Arbeit setzt sich der freundliche Umgang zwischen den Kolleginnen und Kollegen bei gemeinsamen sportlichen Aktivitäten oder einem Feierabendbier fort.

Für meine Zukunft ist mir wichtig an ökologisch und ökonomisch relevanten Themen hinsichtlich Ressourcenschonung bzw. der Energiewende zu arbeiten. Dank meiner Arbeit als Werkstoffwissenschaftler am Institut fühle ich mich bestens gewappnet um mich nach Abschluss der Promotion in der Industrie neuen Herausforderungen zu stellen. Die Studiengänge der Werkstoffwissenschaften empfehle ich allen interessierten jungen Menschen, die mit naturwissenschaftlichem Fokus neugierig auf das Innenleben der Technologie sind. Hier bekommen sie die Chance auf sehr tiefer Ebene aktuell und zukunftsrelevant in der Forschung und Entwicklung zu arbeiten.